Lola Sprenger arbeitet an monumentaler Rauminstallation "Die Wucht der Veränderung"

Lola SprengerVon September bis Dezember 2026 ist die Malerin Lola Sprenger als Gastkünstlerin am Künstlerhaus Ganslberg zu Gast. Im Zentrum ihres Aufenthalts steht die Weiterarbeit an „Die Wucht der Veränderung“ (Arbeitstitel), einer monumentalen, 8 mal 30 Meter großen Rauminstallation, die im Dinosaurier Museum Altmühltal die Inszenierung eines Langhals-Dinosaurier Skeletts begleiten wird.

Das Werk thematisiert den Augenblick des Meteoriteneinschlags vor 65 Millionen Jahren – jenen mythisch aufgeladenen Moment, in dem das Leben der Dinosaurier abrupt endete und sich ein neuer planetarischer Zyklus eröffnete. Es entsteht als vielschichtige textile Collage: großformatige Bahnen aus Baumwolle werden miteinander vernäht, bemalt, bestickt, reliefartig bearbeitet und stellenweise von hinten durchleuchtet. So entsteht ein atmosphärisch dichtes Bild von Staub, Vernebelung und eruptiver Kraft. Aus der Fläche treten textile Objekte hervor, die wie Gesteinsbrocken wirken: hängende, skulpturale Körper, die sich in einem stürzenden Schauer vor der Leinwand verdichten.

Nicht nur diese Objekte, sondern auch die Stoffbahnen selbst geraten in Bewegung: gezielt eingesetzter Luftzug und leichte Windströmungen lassen die Flächen vibrieren und atmen. Die Installation verwandelt sich dadurch in eine Animation – ein Werk, das die statische Ebene verlässt, sich in den Raum hinein entfaltet und die Sinne unmittelbar anspricht. Das Monumentale gewinnt eine eigene Lebendigkeit, oszillierend zwischen Dramatik und Fragilität, zwischen Katastrophe und Aufbruch.

Die Installation verbindet Malerei, Textilkunst und skulpturale Dimension zu einer imaginativen Kulisse, die gleichermaßen wissenschaftliche Erkenntnis wie mythische Bildwelten heraufbeschwört. Besucherinnen und Besucher begegnen dem Meteoriteneinschlag nicht als starrem Bild, sondern als eindringliches Szenario, das Wissen, Geschichte und Emotion auf suggestive Weise miteinander verschränkt.

Über die Künstlerin

Lola Sprenger studierte Malerei bei Daniel Richter an der Akademie der Bildenden Künste Wien (2023), bei Markus Oehlen an der Akademie der Bildenden Künste München (2018) und bei Mileta Prodanović, sowie Simonida Rajčević, an der Akademie der Bildenden Künste Belgrad. Zu ihren jüngeren Einzelausstellungen zählen Präsentationen in der Galerie Griffon in Neuchâtel, in der Galerie Charim in Wien, bei der PARALLEL Messe Wien, in der Drina Gallery in Belgrad, in der Galerie Jo van de Loo in München, im Schloss Dagstuhl im Saarland, sowie im Museum der Kunst Schloss Humboldt.

Werke von Lola Sprenger befinden sich in Sammlungen in München, Palm Beach, Berlin, Hamburg, Salzburg, Wien, London und Belgrad.

Ihre farbstarken, nahezu wilden Gemälde bieten eine Vielzahl symbolischer und metaphorischer Interpretationsmöglichkeiten. Die fragmentarische, detailreiche Malerei provoziert und berührt zugleich durch ihre subtile Sensibilität – eine Bildsprache, die Lola Sprenger nun erstmals in die monumentale, raumgreifende Dimension der Rauminstallation überträgt.